Was es in Aidlingen gerade gibt
Das Rathaus informiert
Mit allen Sinnen erleben, wie sich Inklusion anfühlt
Erstelldatum30.09.2026
Bürgermeisterin Helena Österle besucht den Waldkindergarten Aidlingen mit der A.S.M. und Blindenführhund Lando. Ein besonderer Vormittag fand am Donnerstag, 17. September 2026, im Waldkindergarten Aidlingen statt. Zu Gast war Kurt Brei, Gründer und Leiter der A.S.M. Aktive Selbsthilfegruppe „Miteinander“ für Behinderte und Nichtbehinderte e.V. aus Nagold, gemeinsam mit seinem Blindenführhund Lando. Im Mittelpunkt standen an diesem Vormittag die Sinne und die Frage, wie sich der Alltag für Menschen mit einer Sehbehinderung anfühlen kann. Die Kinder konnten verschiedene Erfahrungen rund um Tasten, Hören und Riechen machen und anschließend selbst erleben, wie es ist, sich nicht auf den Sehsinn verlassen zu können.
Besonders eindrucksvoll war der Blindenführhundeparcours. Kurt Brei zeigte gemeinsam mit Lando, wie ein ausgebildeter Blindenführhund seinen Menschen sicher durch einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen führt. Anschließend durften auch die Kinder den Parcours selbst ausprobieren. Mit verbundenen Augen wurde zunächst ein Kind von einem sehenden Kind durch den Parcours geführt, danach wurden die Rollen getauscht.
Auch Bürgermeisterin Helena Österle stellte sich dieser Erfahrung und durchlief den Parcours mit verbundenen Augen und einer Begleitperson.
„Es ist etwas ganz anderes, wenn man für einen Moment die Augen schließt und sich darauf verlassen muss, dass jemand anderes den Weg kennt und einen sicher führt“, so Bürgermeisterin Helena Österle. „Für die Kinder war das nicht nur spannend, sondern vor allem eine wertvolle Erfahrung. Sie konnten ganz unmittelbar erleben, dass Menschen ihre Umwelt unterschiedlich wahrnehmen und dass gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sein sollte.“
Genau hier setzt die Arbeit der A.S.M. an. Kurt Brei und sein Team möchten bereits bei Kindern Berührungsängste und Barrieren gar nicht erst entstehen lassen. Stattdessen sollen Verständnis, Rücksichtnahme und ein selbstverständliches Miteinander gefördert werden.
„Inklusion beginnt nicht erst dort, wo wir über Barrierefreiheit sprechen“, betont Kurt Brei. „Sie beginnt viel früher, nämlich damit, dass Kinder lernen, Unterschiede wahrzunehmen, Fragen zu stellen und füreinander da zu sein.“
Das Team des Waldkindergartens war mit großem Engagement dabei und begleitete die Kinder durch die verschiedenen Stationen. Für die Kinder war insbesondere die Begegnung mit Lando ein besonderes Erlebnis. Die A.S.M. Aktive Selbsthilfegruppe „Miteinander“ ist mit ihren Angeboten unter anderem in Schulen, Vereinen, Verbänden und bei städtischen Veranstaltungen unterwegs. Dabei steht stets der Gedanke des Miteinanders und Füreinanders im Mittelpunkt. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Vermittlung, welche bedeutende Aufgabe ein gut ausgebildeter Blindenführhund übernimmt.
Der Besuch im Waldkindergarten hat damit auf anschauliche und kindgerechte Weise gezeigt, wie einfach Inklusion beginnen kann: miteinander erleben, voneinander lernen und füreinander da sein.

